Der Begriff Intel OverDrive Prozessor ist in der Computertechnik eine Bezeichnung, unter der die Firma Intel zwischen Mai 1992 und dem Jahr 1998 Prozessoren vermarktet hat, die zum Aufrüsten von Systemen mit älteren CPUs gedacht sind.


Geschichte

i486 OverDrive

Der original Pentium von Intel lief mit einer höheren Betriebsspannung und einem niedriger getakteten Frontsidebus mit 60 oder 66 MHz. Nicht nur die Betriebsspannung, sondern auch der mechanisch inkompatible Sockel 4 verhinderte den Einsatz von damals aktuelleren Pentium-CPUs (P54, Sockel 5/7, 3,3 V) und waren deshalb keine günstige Aufrüst-Alternative. Deshalb bot Intel den weniger bekannten Pentium Overdrive PODP5V133 mit einem festen Multiplikator von 2 für den Sockel 4 an. Daraus ergab sich eine Taktfrequenz von 120 MHz oder 133 MHz.

Pentium MMX OverDrive

Es gibt auch Pentium MMX Prozessoren für Sockel 5 und Sockel 7 Boards. Diese CPUs haben eine eigene Elektronik und einen fest angebrachten Lüfter.
 

Pentium II OverDrive

Das letzte Intel-Produkt mit der Bezeichnung OverDrive ist der Pentium II OverDrive, der in einem Pentium Pro-Sockel betrieben werden kann. Bei dem Pentium II OverDrive wurde kritisiert, dass er nicht zum Aufrüsten von großen Multiprozessorsystemen benutzt werden kann, da er nur in Systemen mit maximal zwei CPUs betrieben werden kann. Es gibt zwei Versionen, mit 300 MHz bei einem 5fachen Bustakt von 60 MHz und mit 333 MHz bei einem 5fachen Bustakt von 66 MHz. Der höhere Taktmultiplikatur wird im Prozessor erzeugt.
 

Technische Besonderheiten

Bei den CPUs des Typs i486 kann die Rechenleistung nur durch Erhöhung des Prozessortaktes verbessert werden. Da aber in einer damals üblichen Hauptplatine der Prozessortakt fest mit dem des Systems verknüpft ist, kann nicht ohne weiteres eine CPU durch eine ähnliche, höher getaktete ersetzt werden. Bei den CPUs der Reihe i386, den Vorgängern des i486, wird eine Aufrüstung durch Einsetzen eines kompletten Daughterboards vorgenommen, das die CPU mit hohem Takt betreibt und dabei die Hauptplatine mit dem Systemtakt anspricht. Die OverDrive-CPUs enthalten dagegen die notwendigen Komponenten selbst. Außerdem können sie in anderen Sockeln betrieben werden als für die entsprechende CPU ohne OverDrive vorgesehen. Bei den i486-CPUs besteht alternativ die Möglichkeit des Einsatzes eines Zwischensockels, um eine CPU durch eine höher getaktete CPU zu ersetzen.

 

Quelle: www.wikipedia.de


Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Web-Site an: krause@bytes-and-more.de
Zuletzt geändert am: 20. Februar 2009