Die Datenbestände einer Firma gilt es unbedingt zu schützen und im Bedarfsfall schnell und zuverlässig wieder herzustellen. Hierfür sind zwei wesentliche Punkte von Anfang an zu beachten. Erstens ist die richtige Sicherungs- und Wiederherstellungsstrategie zu entwerfen. Zweitens sind die Sicherungsmedien so aufzubewahren, dass sie auch bei physikalischen Schäden wie Feuer oder Wasser noch zu gebrauchen sind.

 

Sicherungsstrategie

Eine gute Sicherungsstrategie nimmt Rücksicht darauf, dass es unter Umständen erforderlich sein kann, auch auf alte Datenbestände wieder zurückzugreifen - beispielsweise dann, wenn ein Virus den Datenbestand verseucht hat und dies erst später entdeckt wird. Ein weiterer Fall wäre die Notwendigkeit, eine einmal gemachte Änderung wieder zurückzunehmen.

Daraus leitet sich unmittelbar ab, dass es nicht ausreicht, eine Datensicherung auf nur einem einzigen Datenmedium vorzunehmen. Dieses Vorgehen schließt sich auch aus einem noch ganz anderen Grund aus: Was geschieht mit den gesicherten Daten, wenn das einzige Band beispielsweise reißen sollte?

Aus diesen Gründen basieren alle Sicherungsmethoden auf mehreren Medien. Ein hoher Sicherungsstandard wird beispielsweise mit zehn Medien erzielt. Für die Wochentage Montag bis Donnerstag jeweils eines, drei Freitagsbänder und drei Monatsbänder. Während der Einsatz der Wochentagsbänder selbsterklärend ist, kommen die drei Freitagsbänder der Reihe nach zum Einsatz. Am vierten Freitag kommt dann das erste Monatsband an die Reihe, während anschließend wieder die drei Freitagsbänder folgen. Am achten Freitag wird dann das zweite Monatsband eingesetzt und so weiter. Der Hauptvorteil dieser Strategie ist, dass sich so auch auf einen Datenbestand zurückgreifen lässt, der bereits ein Vierteljahr alt ist. Im Fall von Systemen, die im Dauerbetrieb arbeiten, sollte natürlich auch an den Samstagen und Sonntagen eine Sicherung durchgeführt werden. Es wären also noch zwei Sicherungsmedien zusätzlich erforderlich.

 

Drei Backup-Methoden

Ein zweiter Aspekt betrifft die Art des Backups. Hier werden drei Methoden unterschieden: die Komplettsicherung, die Zuwachssicherung - auch als Inkrementalsicherung bezeichnet - und die Differntialsicherung. Bei einer Komplettsicherung wird der komplette Datenbestand gesichert. Dies ist natürlich mit einem entsprechenden Zeitaufwand verbunden. Bei der Zuwachssicherung werden all jene Daten gesichert, die seit dem letzten Datensicherungsvorgang verändert wurden. Das heißt, mit jedem Sicherungsvorgang wird auch das Archivbit wieder zurückgesetzt. Diese Methode läuft natürlich am schnellsten. Bei der Differentialsicherung werden all jene Daten gesichert, die bei der letzten Komplettsicherung verändert wurden. Dieses Vorgehen nimmt um so mehr Zeit in Anspruch, je länger die letzte Komplettsicherung zurückliegt.

 

Normalfall  

Im Normalfall wird die Datensicherung eine Mischung aus Komplettsicherung einerseits und einer Differential- oder Zuwachssicherung andererseits gewählt.

An den Freitagen wird grundsätzlich eine Komplettsicherung durchgeführt und an den Wochentagen eine der beiden anderen Alternativen - welche, hängt vom Einsatzzweck ab. Wenn es sehr wichtig ist, dass das System durch die Datensicherung möglichst wenig ausgebremst wird, bietet sich die Zuwachssicherung an. Ist es dagegen extrem wichtig, dass das System im Fehlerfall möglichst schnell wiederhergestellt werden kann, sollte die Differentialmethode gewählt werden.

Damit ist der begrenzende Faktor bei der Datensicherung erreicht: Die Zeit. Jede Datensicherung bedeutet nämlich auch eine Belastung des Servers und in der Regel auch des Netzwerkes. Es ist daher darauf zu achten, dass die Datensicherung in einem Zeitraum ausgeführt wird, wenn die Netzwerk- und Serverauslastung gering ist. In normalen Betrieben bieten sich dafür natürlich die Nachtstunden an.

 

 


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Zuletzt geändert am: 03. Juli 2002