AMD K5

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

 

Der AMD K5 ist ein x86-Mikroprozessor der Firma Advanced Micro Devices (AMD) und die erste vollständige Eigenentwicklung AMDs. Er konkurrierte mit dem Intel Pentium, NexGen Nx586 und Cyrix 6x86.

Hintergrund

Nachdem AMD in den Jahren zuvor vor allem Intels Mikroprozessorentwicklungen nur minimal verändert nachgebaut hatte, musste sich der Hersteller nach diversen Rechtsstreitigkeiten mit Intel umorientieren und sich um eine eigene Entwicklungsabteilung und Prozessorarchitektur bemühen. Der K5 war das erste Ergebnis dieser veränderten Ausrichtung, allerdings war das mit Problemen verbunden, wodurch der K5 viel zu spät auf den Markt kam.

Modelle

AMD hatte Probleme bei der Entwicklungszeit und bei der Fertigungsausbeute, so dass der K5 ein Jahr später als ursprünglich geplant auf den Markt kam. Diese Version war noch eine Art „Vorabversion“, bekannt als SSA/5, mit Fehlern im L1-Cache und in der Sprungvorhersage. Sie wurde zuerst als 5K86 und später dann auch als K5 verkauft. Die fehlerbereinigte Version, als 5k86 bezeichnet, wurde nur als K5 verkauft.

Architektur

Der K5 ist intern ein RISC-Prozessor (basierend auf der Am29000-RISC-Familie) mit einer x86-Dekodier-Einheit, die alle x86-Befehle zur Ausführung in RISC-Befehle zerlegt. Dieses Prinzip wird zwischenzeitlich bei allen modernen x86-CPUs benutzt.

Der K5 besitzt fünf Integer-Einheiten, die als Out-of-order-Pipelines ausgeführt sind und eine Non-Pipelined-FPU (der Intel Pentium besitzt zwei als In-order-Pipelines ausgeführte Integer-Einheiten und eine Pipelined-FPU). Registerumbenennung und Speculative execution verbessern die parallele Ausführungsmöglichkeit der Pipelines bzw. vermindern deren Blockade. Der Buffer für die Sprungvorhersage ist viermal größer als der des Pentium (wobei die Sprungvorhersage selbst nicht besser arbeitet) und der L1-Cache ist doppelt so groß (und vierfach statt zweifach assoziativ). Diese Verbesserungen ermöglichen dem K5 eine höhere Integer-Leistung als einem gleich getakteten Pentium. Aus diesem Grund benutzte AMD das bereits vom Am5x86 bekannte P-Rating, um die Leistungsfähigkeit relativ zum Pentium anzugeben. Bei Gleitkomma-Berechnungen durch die FPU arbeitet ein AMD K5 jedoch langsamer als ein dem P-Rating des K5 entsprechender Pentium.

 


Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Web-Site an: krause@bytes-and-more.de
Zuletzt geändert am: 23. Februar 2010