AMD Athlon (K7/K75/Thunderbird/Palomino/Spitfire/Morgan) 

Ein AMD Chip der den INTEL Pentium II/III Chips täuschend ähnlich sieht, ist der Athlon der schnellste x86 Chip den man kaufen kann. AMD hat damit schließlich INTEL nicht nur in der Integer- sondern auch in der Fliesskommaberechnung überholt. 

Obwohl der Athlon physikalisch ein Nachbau des Slot 1 Pentium II ist, läuft er auf einem ganz anderen Bus (Alpha EV-6) in einem eigenen Steckplatz (Slot A). Der Athlon und der Pentium II/III sind physikalisch oder elektrisch nicht mehr kompatibel. Der Athlon nutzt ebenso seinen eigenen Chipsätze. Näheres dazu auch in unserer Übersicht der Chipsätze. Anders als viele P6 Chipsätze muss der Systemspeicher nicht mehr in der gleichen Geschwindigkeit wie der Chipsatz laufen.

Der Thunderbird Athlon kommt in sowohl in Slot-A als auch in Sockel-A Versionen. Den Duron gibt es nur in einer Sockel-A Version. 

So wie der Pentium III, enthält der Athlon Chip entweder mit 512KB L2 Cache montiert auf dem SEC (halbe Prozessortakt) oder mit 256KB On-Die L2 Cache (voller Prozessortakt). Und wie der K6-III, beinhaltet der Athlon 3DNow! Erweiterungen. Jedoch kommen beim Athlon 12 neue MMX Befehle 12 neue 3DNow! Befehle hinzu um Spracherkennungssoftware, Videobearbeitung und Soundhandling zu verbessern.

Der Athlon stellt seine Spannung ein wie der Intel P6 Prozessor; mittels der Spannungsidentifikation (VID). Ebenfalls ähnlich zum Pentium II und III, besitzt der Athlon interne Taktmultiplikatoren, die unveränderbar sind. Um diese zu ändern, muss das Gehäuse entfernt werden (Garantieverlust!) um mit einem speziellem Gerät (port device), das auf der SEC-Oberfläche angeschlossen wird, den Multiplikator zu ändern.

Obwohl der Chip mit einer relativ niedrigen Spannung betrieben wird, produziert er trotzdem eine gehörige Hitze (bis zu 72 Watt beim 1.4GHz Thunderbird Chip). AMD empfiehlt einen guten Prozessorkühler als auch ein gut dimensioniertes Netzteil (Minimum 250 Watt), wobei eine 300 Watt Version allemal vorzuziehen ist. Der Grund dafür liegt im hohen Stromverbrauch auf den 3.3V und 5V Leitungen. Die neueren Athlon (K75/Thunderbird) Chips sind nicht mehr so stromhungrig wie ihre früheren Exemplare, verlangen aber dennoch nach einer qualitativen Stromversorgung.
Ein Hauptproblem mit anfänglichen Hitzeproblemen, dürfte wohl auch darin zu suchen sein, dass es AMD, im Gegensatz zu Intel, versäumt hat eindeutige Anforderungen (Netzteil, Kühler etc.) an einen AMD-Rechner zu stellen. Instabiles Laufverhalten, Hitzetod der Prozessoren waren Anfangs ein echtes Problem, das den Athlon Chips einen schlechten Ruf zu teil kommen liess.

Es gibt einen Patch für Windows 2000 Benutzer der ein Problem behebt mit dem Austausch von Videodaten zwischen AGP-Karten und dem Athlon.

Der Athlon MP Chip (sowie der mobile Athlon 4 und der Athlon XP; beide auf dem Palomino Kern basierend) und der 'Morgan' Duron führten den sogenannten "hardware prefetch" bei den AMD CPUs ein. Prefetch holt das nächste Daten-Bit aus dem Speicher und kopiert es in den Prozessor-Cache, auch wenn die Daten im Moment nicht gebraucht werden sollten. Dies kann zu einer signifikanten Leistungssteigerung führen.

Mobile Athlon 4 und Duron Chips, auch die "Sockel-A kompatiblen", haben extra Pins, die den Gebrauch ihrer PowerNow! Features ermöglichen, weshalb diese mobilen Chips nicht Pin-kompatibel mit existierenden Desktop Sockel sind.

Die Athlon XP Chips (mit Palomino-Kern) erhielten wieder eine neue Geschwindigkeitsangabe. Der Prozessorname drückt seine Leistung im Vergleich zur existierenden Athlon CPU aus. Sie gibt nicht die aktuelle MHz-Zahl des Chips an. Beachten Sie: Obwohl man glauben möchte, handelt es sich dabei nicht um ein "Pentium-Rating"; die Performance des Athlon wird nicht mit einem Intel Chip verglichen, sondern mit AMD's älteren Thunderbird Prozessor.

Zukünftige Athlon Chips enthalten schnellere Versionen des Duron (Morgan, dann Apaloosa) und Athlon XP (Palomino, dann Thoroughbred und Barton) von denen alle über On-Die L2 Cache verfügen. Diese Info über kommende Chips kann sich selbstverständlich noch ändern.


 


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Zuletzt geändert am: 23. Februar 2010